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Die Kunst des Bierbrauens

„Ein gutes Bier kann durch einen einzigen Schluck erkannt werden, aber es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen.“ Tschechisches Sprichwort

Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Tschechen Bier lieben und ganz oben auf der Liste stehen, wenn es um den Konsum dieses wundervollen Getränks geht. Aber wie sind die Tschechen dorthin gekommen?

Die Geographie spielt dabei eine bedeutende Rolle. Das Wasser in diesem Teil von Europa ist sehr weich und bietet somit optimale Bedingungen für das Brauen von frischen Lagerbieren mit einem angenehmen, belebenden Geschmack. Der Boden und das Klima sind perfekt für das Wachstum und die Kultivierung erstklassiger Gerste sowie des berühmten böhmischen Hopfens. Vor vielen Jahrhunderten war der Hopfen so wichtig und wertvoll, dass der böhmische Fürst Wenzel sogar die Todesstrafe über diejenigen verhängte, die Hopfensetzlinge für den weiteren Anbau exportieren wollten.

Die lange Brautradition ist der zweite Grund für die Popularität des Biers. Tschechien ist ein Land, in dem das älteste überlieferte Dokument zur Hopfenkultivierung bis ins Jahr 1073 (Kloster Opatowitz) zurückdatiert werden kann. Die erste Erwähnung von Brauvorgang und Hopfen geht auf das Jahr 1088 zurück und ist Teil der Gründungsurkunde der St.-Peter-und-Paul-Kirche. Die erste tschechische Brauerei wurde dann 1118 in Cerhenice erbaut.

T. Hagecius, ein tschechischer Universalgelehrter, schrieb das erste Handbuch für das Brauen von Bier im Jahr 1585. František Ondřej Poupě, ein Autodidakt und tschechischer Bierbrauer, verwendete als Erster ein Thermometer für den Brauprozess und verlieh diesem somit einen wissenschaftlichen Aspekt, der im 18. Jahrhundert noch unüblich war.

Dieser kurze und oberflächliche historische Überblick wird der tschechischen Brautradition natürlich nicht gerecht, aber er reicht aus, um zu zeigen, dass die Tschechen viel Zeit in die Erforschung der Braukunst investiert haben, die letztendlich dieses außergewöhnliche Bier hervorgebracht hat.

František Ondřej Poupě, ein tschechischer Bierbrauer und der Gründer der Brauhochschule,  war der Erste, der ein Thermometer für den Brauprozess verwendete.

Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Methoden und Technologien analysiert und die besten werden noch heute angewandt. Die Abkochung ist eine der am häufigsten angewandten Methoden der tschechischen Brauereien. Indem ein Teil der Bierwürze (ungegorenes Bier) zweimal (doppelte Abkochung) oder dreimal (dreifache Abkochung) gekocht wird, kann sichergestellt werden, dass die Stärke zugänglicher für die stärkeabbauenden Enzyme innerhalb des Malzes wird. Durch diesen Prozess erhält das Bier ein unverwechselbares Malzprofil. Ein weiteres Beispiel für eine Methode aus dem Brauereihandwerk ist, den primären Gärungsprozess so lange andauern zu lassen, bis das Bier einen bestimmten Würzegehalt – gemessen anhand der Plato-Skala – erreicht hat. Wenn die Plato-Skala beispielsweise 12° anzeigt, dann wird das Bier 12 Tage lang im primären Gärungsprozess gehalten. Viele weitere Geheimnisse großartiger Bierbraukunst sind überall in diesem bierliebenden Land verstreut.

Klicken Sie hier, um die tschechische Brauphilosophie in Aktion zu sehen, im Staropramen-Stil.

Tradition und Geographie sind in Teilen verantwortlich für die Liebesbeziehung zwischen den Tschechen und ihrem Bier. Aber graben wir noch tiefer, finden wir heraus, dass der Schlüssel die Kombination aus Leidenschaft für das Brauen von hervorragendem Bier und einer konstant anhaltenden Innovation ist. Das zeichnet das Wesen der tschechischen Brauphilosophie aus und ist der Grund, warum Bier nicht nur zum tschechischen Lebensstil gehört, sondern auch zum Lebenselixier eines ganzen Landes geworden ist.